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Lightning Ridge oder die Suche nach dem schwarzen Opal

Lightning Ridge ist die Stadt (35008000 Einw.) der Individualisten, Idealisten und Exzentriker, und sie befindet sich im Nirgendwo. Sie heisst auch nicht von ungefähr so, denn die stark eisenhaltige Hügelkette zieht vermehrt Blitze an, wie wir schon bei der Herfahrt eindrücklich von Weitem sehen konnten. Auch während unserer geführten Tour zu den Opalminen (eine Curisosity Show und Dauerwerbesendung für den Ort, mit Besuch einer Mine zum Schluss) zogen dunkle Wolken auf, bis es schliesslich zurück beim Camping wie aus Kübeln goss; das Gewitter selbst blieb Gottseidank etwas weiter weg.

Hier also wird nach Black Opal geschürft, einem wunderschönen Stein, der nur als Schmuck Verwendung findet und höhere Preise als rosa Diamanten erzielen kann (der Tour Guide meinte, nach Diamanten würde er sich nicht bücken). Wenn man ihn denn findet … Eine Person kann maximal zwei Claims (50×50m) erwerben. Es gibt also maximal Familienbetriebe, die nach Opal schürfen, auch weil das Opalschürfen viel Handarbeit bedeutet. Also suchen sie nach dem perfekten Opal. Zuerst im Dreck und danach an der Schleifmaschine. Einige scheinen bei der Suche den Verstand verloren zu haben, oder einfach zu viel Zeit gehabt zu haben, sodass Kuriositäten wie ein selbstgebautes Schloss, Statuenausstellungen in alten Minen oder Flaschenhäuser entstanden sind. All das kann man geführt oder auf eigene Faust entdecken gehen. Das sind dann sogenannte Car Door Tours. Es gibt vier Parcours, die mit Autotüren in entsprechenden Farben markiert sind.

Man kann auch als Touri nach Opal suchen. Haben wir ausprobiert, ausgiebig. Jeder Dreckhaufen gehört aber jemandem, ist also nix mit rausgehen und einfach irgendwo rumwühlen (Fossicking genannt); man muss entweder eine Lizenz lösen für ein entsprechendes Gebiet oder beim Visitor Center in ein paar Hafen für Touristen wühlen, die regelmässig frisch aufgeschüttet werden. Auch dort kann man den Fund des Lebens machen (auch dazu gibts Geschichtchen). Wir haben ganz viel gesucht und auch schöne Steinchen gefunden, den richtig schönen haben wir dann aber gekauft.

Auffallend war, dass es in dieser doch reichen Stadt etliche schöne Dinge gibt, die umsonst sind (selten für Australien). Das Highlight diesbezüglich war unser nächtliches Bad im Regen in den heissen Wassern des Outdoor Thermal Bore Bath, gleich neben unserem Camping; das Wasser ist zwischen 40 und 42 Grad heiss (dank vorherigem Gewitter eher 40), und man kann auf Treppenstufen nach Bedarf nur bis zu den Knöcheln oder bis zum Hals eintauchen) und wir haben mit einem Local und einem ausgewanderten Schweizer geplaudert, bis wir ganz runzlig waren.

Darüber hinaus gibts ein grosses Gym, das auch geleitetes Fitnesstraining für Senioren anbietet, und besonders stolz war unser Tour Guide auf das Bad nach olympischen Standards (davon gibt es in ganz Australien nur sieben), doch das haben wir leider verpasst, es soll sogar eine Kletterwand drin sein!

Schliesslich verabschiedeten wir uns von Lightning Ridge, und es ging weiter zum Warrumbungle National Park, an Emus und Irokesenkühen vorbei und zwischen eindrücklichen Gewitterfronten hindurch.

2 Comments

  1. Catherine
    Posted 26 September 2012 at 14:39 | #

    Ha, ha. Erinnert mich an Onkel Dagobert, der in Klondike nach Gold schürft. 🙂

    • gleu
      Posted 27 September 2012 at 09:13 | #

      also wir dachten beim titel eher an indiana jones und seine abenteuer, aber dagobert ist natürlich auch nett 🙂